Die Skigebiete
Für die Einheimischen ist Skifahren der Wintersport und jeder, der es sich leisten kann, genießt in den Wintermonaten die Vorzüge der bulgarischen Skigebiete. Es gibt passende Skipisten für alle Niveaus, auch wenn die erfahrenen und weitgereisten Skifahrer die vorhandenen Pisten etwas begrenzt finden mögen.
Die Skisaison beginnt gewöhnlich Mitte Dezember und dauert bis Anfang April, abhängig von den Schneeverhältnissen. Es sei darauf hingewiesen, daß die wichtigsten Resorts während der Saison stark von Reiseveranstaltern gebucht werden und es sich deshalb anbietet, auf Last-Minute-Angebote zu achten.
Hier bieten wir einen Überblick über das Beste, was Bulgarien im Winter zu bieten hat.
BanskoDistanz von Sofia: 161 km
Höhe des Resorts: 925 m (Pisten über 1700m)
Lage: Pirin Gebirge
Ausgewiesene Pisten; 50 km alpin, 9 km Langlauf
Höchste Piste: 2500 m
Anzahl der Skilifte: 1 Kabinenbahn, 3 Sessellifte, 5 Schlepp- und diverse Anfängerlifte.
Plus: Beste Schneeverhältnisse, die längste Saison und modernste Anlagen
Minus: keine Resort- Atmosphäre
Bis zum Winter 2002 war Bansko eine beliebte Wahl der Bulgaren, die die anderen großen Resorts überteuert fanden. Zu ihrem Leidwesen ist nun Bansko ebenfalls außerhalb ihrer finanziellen Möglichkeiten. In den letzten Jahren hat hier die Regionalentwicklung einen großen Schub erlebt, und deren Wirkung ist dramatisch. Skifahrer, die das neue Skigebiet von Bansko erlebt haben, glaubten kaum in Bulgarien zu sein. Den wesentlichen Unterschied hat die neue Gondel bewirkt, die von der Stadt zu den Skigebieten fährt, aber auch sonst gibt es einige neue Lifte und Pisten. Man kann jetzt mit den Skiern über eine Straße zum Ort abfahren.
Die Kehrseite der Medaille des Boom zeigt sich darin, daß fast einhundert Hotels und Apartementkomplexe in Bau neu gebaut wurden und die Stadt an lebhaften Wochenenden aus allen Nähten platzt.
Die Skipisten wurden extrem aufgemöbelt und die Skipiste Stara Pista bietet nun auch Nachtskifahren. Die Skipisten Schiligarnika, Stara Pista, Todorka eignen sich für Anfänger und Skiläufer mittleren Niveaus, während die Skipisten Banderiza und Stzurna Mogila anspruchsvoll und versierten Skifahrer vorbehalten sind. Die neue Half-Pipe dürfte bulgarische und ausländische Snow-Boarder interessieren, es ist die einzige im ganzen Land. Das Wintersportzentrum umfasst auch einen mehr als neun Kilometer langen Langlauf-Parcours, eine Biathlon-Schießanlage und einen Ski-Kindergarten.
Im Gegensatz zu den extra gebauten Ski-Resorts von Borovets und Pamporovo, ist Bansko eine Marktstadt mit 10 000 Einwohnern. Der Großteil des städtischen Nachtlebens spielt sich um die ca. siebzig Mechanas (Kneipen) ab, die ihren eigenen Reiz haben, traditionelle Musik spielen und lokale Gerichte anbieten wie Kapama und Banski Starets.
Unterkünfte
Es gibt eine ausgezeichnete Auswahl qualitativ guter Hotels, viele von ihnen verfügen über Pools und Fitnessräume. Außerdem gibt es eine Reihe preiswerterer Familienpensionen im Stadtzentrum. Das Hotel Bulgaria, das Hotel Perun und das Hotel Tanne bieten ausgezeichneten Komfort und liegen nahe der neuen Gondel. Im Winter 2005 eröffnete mit dem Kempinski-Hotel Banskos erstes 5-Hotel, ebenfalls direkt neben der Gondel.
Anreise
Eine ungefähr zweieinhalb stündige Autofahrt von Sofia in südlicher Richtung zur griechischen Grenze, dann kurz nach Blagoevgrad links. Es besteht eine Busverbindung zwischen Sofia und Bansko.
BorovetsDistanz von Sofia: 70 km
Höhe des Resorts: 1323 m
Lage: Rila Gebirge
Ausgewiesene Pisten; 35 km alpin, 18 km Langlauf
Höchste Piste: 2560 m
Anzahl der Skilifte: 1 Kabinenbahn, 3 Sessellifte, 10 Schlepp- und diverse Anfängerlifte.
Plus: Vielfalt der Skilifte und großartiges Après-Ski
Minus: Überkommerzialisiertes und lärmendes Resort-Zentrum
Nur eine Stunde von Sofia entfernt liegt Bulgariens ältestes und bis vor einigen Jahren am meisten entwickeltes Skigebiet. Sein Ruhm geht zurück bis 1899, als Prinz Ferdinand hier drei Paläste und eine Jagdhütte errichtete. Die alten, wenn auch etwas heruntergekommenen Villas aus dieser Zeit geben dem Ort seinen einzigartigen Charme. Das Ski-Resort selber wurde in den 1980er Jahren entwickelt und hat bereits zwei Mal prestigeträchtige Welt-Cup-Rennen und internationale Biathlon-Wettbewerbe ausgetragen. In den letzten Jahren gab es einen Boom bei der Errichtung neuer Hotels, doch wurde bisher noch wenig zur Erweiterung der Ski-Pisten getan.
Angetrieben von dem Wunsch, nicht hinter Bansko zurückzubleiben, startete Borovets die Saison 2004 / 2005 mit einigen neuen Liften und Kapazitätserweiterungen.
Zwei neue Vier-Sitz-Sessellifte wurden installiert, einer in Sitnjakovo, der andere ersetzte den äußerst tückischen Schlepplift bei Jastrabets. Es wäre wünschenswert, diese Neuerungen könnten die Masse an Skifahrern etwas von der Kabinenbahn abhalten, da sich dort oft lange Schlangen bilden. Außerdem ist sie zuweilen bei windigem Wetter außer Betrieb.
Die Skipisten verlaufen zumeist zwischen wundervoll dichten Pinienwäldchen und sind in zwei Abschnitte geteilt. Das Jastrebets-Gebiet wird durch die Kabinenbahn erschlossen (20 Minuten), die auch zum über der Baumgrenze gelegenen Markoudschik führt. Er wird majestätisch vom beeindruckendem Mussala überblickt, dem höchsten Berg der Balkan-Halbinsel (2925 m). Hier gibt es drei Schlepplifte, die Skipisten erschließen, die für Anfänger bis Fortgeschrittene geeignet sind.
Das Sitnjakovo-Gebiet wird von dem Sessellift gegenüber des Rila-Hotels erschlossen, es handelt sich um einen brandneuen 4-Sitz-Lift, eine gute Alternative für diejenigen, die kürzere Mittelklasse-Pisten in einer etwas geschützten Umgebung suchen.
Die Talstation ist voller Restaurants und Cafés, wo der faule oder Nicht-Skifahrer leicht einige Tage beim Sonnenbaden auf windgeschützten Terrassen geniessen kann, um die Welt an sich vorbeiziehen zu sehen. Es ist auch ein guter Ort, um ein Auge auf die Jüngsten zu haben, die ihre ersten Schritte auf den Anfänger-Pisten machen. Vor einigen Jahren wurde an einem Hang Nacht-Skifahren mit Flutlicht von 17.00 Uhr bis 22.00 Uhr eingeführt, dafür braucht man aber einen Extra-Skipass.
Die Preise in Borovets sind während der Hochsaison extrem erhöht und können einen etwas überraschen, wenn man von Sofia kommt, doch für Pauschaltouristen scheinen sie noch immer vernünftig. Dennoch beginnt jeweils am Anfang der Saison ein öffentlicher Aufschrei über die vor allem auf der Bergstation der Gondel künstlich erhöhten Preise.
Borovets hat die distinguierte Reputation eines exzellenten Après-Skis, was von der großen Anzahl an Bars und Restaurants herrührt, die über den Ort verstreut sind. Leider wird der Lärm kaum kontrolliert, so daß man sein Hotel mit Bedacht wählen sollte, wenn man lärmempfindlich ist.
Unterkünfte
Das zentrale und größte Hotel ist das Hotel Rila. Es eignet sich gut für Familien, da alles in fußläufiger Entfernung ist.
Anreise
Borovets ist nur etwas mehr als eine Stunde Autofahrt von Sofia entfernt; man kann durch das Iskar-Tal über Pantscharevo fahren oder über das Vitoscha-Gebirge durch Bistritsa und Schelesnitsa (weniger befahren). Beide Routen sind sehr eindrucksvoll.
Empfehlungen
Es gibt eine Überfülle von Restaurants und Bars; einige der von uns bevorzugten sind das Restaurant Elite nahe der Gondel und das Lawina gegenüber vom Rila-Hotel.
Pamporovo
Distanz von Sofia: 260 km
Höhe: 1650 km
Gebirge: Rhodopen
Ausgewiesene Ski-Pisten: 25 km, 38 km Langlauf-Loipen
Höhester Punkt: 1926 m
Anzahl der Lifte: 5 Sessellifte, 4 Schlepp- und 4-Babylifte
Plus: leichte sonnige Pisten ideal für Anfänger und Familien mit kleinen Kindern
Minus: Entfernung der Hotels von den Skipisten
Pamporovo war für viele Jahre das andere Zentrum des Pauschaltourismus in Bulgarien, es ist ihm in den letzten Jahren aber nicht wie Borovets gelungen, auf den touristischen Zug aufzuspringen. Die Ortsmitte erstreckt sich sehr schön entlang von Pinienwäldchen und ist mit seinem Dutzend, schön in die Landschaft eingestreuter Hotels ziemlich kompakt. Einige der älteren Hotels wurden in den letzten Jahren aufwendig renoviert, und inzwischen hat das Resort sein erstes 5-Sterne-Hotel, das Hotel Pamporovo.
Die meisten der Hotels befinden sich etwas entfernt von den Liften, man ist auf den Bus oder das Taxi angewiesen, möchte man sich außerhalb des Orts bewegen.
Die meisten Skifahrer benutzen den sehr schnellen Dreier-Sessellift vom Gebiet Ardaschla zum Sneschanka-Gipfel, von wo die meisten Pisten ausgehen und einige mittelschwere Abfahrten zum Tal führen. Von der anderen Ausgangsstation Studenets gibt es einen neuen Vierer-Sessellift zu leichterem Gelände und zum Sneschanka 2. Dessen unterer Teil ist als „Die Mauer“ bekannt und stellt vermutlich das anspruchsvollste Gebiet in Pamporovo dar. Hier gibt es eine spezielle, durch zwei Schlepplifte erschlossene Piste für Snowboarder, auf der auch Wettkämpfe ausgetragen werden. Die Anfängerhänge sind in größerer Nähe zu den Hotels und werden durch Baby-Lifte bedient. Die meisten der größeren Hotels bieten inzwischen eigene Skischulen, Ski-Kindergarten und Skiverleih an, obwohl es auch eine zentrale Einrichtung dafür gibt.
Zum Après-Ski trifft man sich in den Hotels, die über eigene Bars und Restaurants verfügen. Manche haben auch neue Swimmingpools und Fitnessräume. Das zentrale Grandhotel Murgavets hat eine Shopping-Mall und ein Badezentrum. Am Eingang zum Resort gibt es eine Reihe traditioneller Restaurants, die Spezialitäten der Rhodopen anbieten. Das Niveau ist bei allen etwa gleich und natürlich bieten alle Live-Unterhaltung mit Musik von Pop-Folk bis zur traditionellen Folklore, was allerdings zuweilen die Konversation erschwert.
Unterkünfte
Das Murgavets und das Sneschanka liegen beide im Zentrum des Ortes und wurden in den letzten Jahren aufwendig renoviert. Wünscht man direkten Zugang zu den Skiliften, so ist das Hotel Markony beim Ardaschla-Lift zu empfehlen, ein familiengeführtes Haus und vermutlich am besten für diejenigen geeignet, die den ganzen Tag aktiv sind. Ein weiteres neues Hotel in Pistennähe ist das Hotel Finlandia.
Anreise
Sie führt mit dem Auto über Plovdiv, Assenovgrad und Tschepelare. Täglich fahren Busse vom Zentralen Busbahnhof in Sofia (ca. 4 Stunden).
VitoschaDistanz von Sofia: 22 km vom Stadtzentrum
Gebirge: Vitoscha
Ausgewiesene Pisten: 29 km, 10 km Langlaufloipen
Höchster Punkt: 2290 m
Anzahl der Lifte: 2 Sessel-, 6 Schlepp- und 3 Baby-Lifte, Gondel von der Simeonovo-Ringstraße
Plus: Leicht zugänglich für Tagesausflüge zum Ski-Fahren
Minus: Überlaufen am Wochenende
Wenige Hauptstädte der Welt können mit 29 Kilometern Skipisten nur eine halbe Stunde vom Stadtzentrum entfernt auftrumpfen. Die weiten offenen Hänge unterhalb des Gipfels Tscherni Vrach (Der Schwarze Gipfel) bieten geeignete Skipisten für alle Niveaus an, einschließlich zweier für internationale Wettbewerbe zugelassener Abfahrten. Während der Woche wird das Skigebiet Vitoscha hauptsächlich von lokalen Schulen und Kindergärten genutzt, doch am Wochenende ist es zuweilen extrem voll. Seine exponierte Lage macht es für schlechte Wetterbedingungen anfällig.
Aleko dient als Ausgangsbasis zum Vitoscha, hier befinden sich Ski-Schulen, Ski-Verleihgeschäfte und Restaurants und Skihütten. Ist die Auswahl und die Qualität der Gerichte im Vergleich zu den anderen Resorts eher bescheiden, so sind die Preise dafür günstiger.
Es gibt auch einige Hotels und Unterkünfte auf dem Berg, doch die meisten von ihnen haben bereits bessere Zeiten gesehen und werden überwiegend von Schulgruppen aus dem ganzen Land genutzt. Mit all den Attraktionen der Hauptstadt vor den Füßen, ist kaum schwer verständlich, warum jemand die ganze Nacht auf dem Berg bleiben sollte.
Aleko bietet durch seinen Doppel-Sessellift und verschiedene Schlepplifte Zugang zur als Stenata (Die Mauer) bekannten Gegend mit ihrem atemberaubenden Blick auf die Stadt und auf das weniger bekannte, 1984 eröffnete Gebiet Vitoschko Lale. Hier gibt es einen Zwei-Etappen-Lift bis hoch in die Nähe des Gipfels Golyam Rezen (2277 m). Unterhalb des Gipfels Tscherni Vrach gibt es leichte und mittelschwere Skipisten sowie eine grüne Abfahrt von der Bergstation des Romanski-Sessellifts. Seit 2005 kann man an der Vitoscha Lale-Lift auch nachts bei Flutlicht skifahren (jeweils Mittwoch-, Donnerstag- und Freitagabend von 18.00 Uhr bis 22.00 Uhr).
Anreise
Die Zufahrt zum Aleko kann unter der Woche mit dem Auto erfolgen, mit dem Bus 66 von Hladilnika oder mit der Kabinenbahn von der Simeonovo-Talstation an der Sofioter Ringstraße, was als beste Wahl gelten kann. Hierhin fahren die Busse 122 von Hladilnika und 123 von Durvenitsa, und es gibt es einen überwachten Parkplatz.
Abseits der ausgetretenen Pfade
Ob man es mag oder nicht, Pauschaltourismus ist Teil des täglichen Brots der Bulgaren, im Winter und im Sommer. Viele der Sommer-Ferienorte sind inzwischen so kommerziell, daß man vergessen könnte, daß man sich in Bulgarien befindet. Den Wintersport-Orten ist es bisher besser gelungen, ihren lokalen Charme zu bewahren. Doch um Massentrubel zu vermeiden, können die folgenden Geheimtips hilfreich sein. Es handelt sich dabei um Orte, die in den letzen Jahren noch nicht entwickelt wurden und deren Anlagen deshalb auch etwas veraltet oder begrenzt erscheinen mögen. Hierher nimmt man am besten sein eigenes Skigerät mit.
Maljovitsa
Es ist Teil des Rila-Gebirges und befindet sich in 26 Kilometern Entfernung von Samokov. Auf den weiten offenen Hängen unterhalb des Maljovitsa-Gipfels gibt es leichte Pisten und eine Menge Platz zum Schlittenfahren und Sonnenbaden. Zwei Schlepplifte gewähren Zugang zu mittelschweren und anspruchsvollen Abfahrten. Von Sofia aus ist Maljovitsa eine großartige Alternative für einen Ausflug nach Borovets, von Borovest aus ist es eine gute Fluchtmöglichkeit.
Kurz vor Maljovitsa liegt das Dorf Govedartsi, das seinen eigenen Schlepplift auf 1700 Meter und eine mittelschwere Abfahrt bietet.
Tschepelare
In Bulgariens höchstgelegener Stadt (1140 m), der Heimat der Biathlon-Olympiasiegerin Ekaterina Dafovska, gibt es einen Doppel-Sessellift hoch zum Metschi Tschal auf 1873 Metern Höhe. Hier beginnen einige der besten Abfahrten des Landes für Mittelklasse-Könner und anspruchsvolle Skifahrer. Im Ort gibt es mehrere kleine neue Hotels und private Unterkünfte für Leute mit einfachen Ansprüchen: Für diejenigen, die größeren Komfort wünschen, empfiehlt sich eher das nicht weit entfernte Pamporovo.
Sicherheitstips zum Skifahren
Als Winterurlauber sollte man über eine angemessene Versicherung verfügen, da die Bergrettung nicht länger kostenlos ist.
Nie allein skifahren.
Skifahren nur im Rahmen seiner technischen Fähigkeiten und mit der nötigen Rücksicht auf andere Skifahrer.
Der Vorwärtsfahrende hat Vorfahrt.
Bei Fahrten abseits der Pisten erlöscht zuweilen der Versicherungsschutz.
Lawinen- und Unwetterwarnungen sollten ernst genommen werden.
Sonnenschutz, Sonnenbrillen, Handschuhe und Mütze sind obligatorisch.
Die Zeit der letzten Talfahrt der Kabinenbahnen sollte beachtet werden, wenn man nicht in der Lage ist, die ganze Strecke mit den Skiern zu fahren.
Bergrettung telefon no: 9632000 or 088 1470


weiter empfehlen
drucken